Parfum in Zeiten von Corona

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(Beim folgenden Produkt handelt es sich um eine kostenfreie Probegröße und ich gebe hier meine persönliche Erfahrung wieder. Falls ich den Beitrag aus rechtlichen Gründen trotzdem als „Werbung“ kennzeichnen muss, tue ich dies hiermit.)

Eigentlich sollte man meinen, dass Wohlgeruch in Videokonferenzen keine Rolle spielt, genauso wie es egal ist, was sich unterhalb des Bildausschnittes abspielt – Jogginghose, Unterhose, keine Hose. Das haben wir zumindest gedacht, bis wir durch das Kursieren verschiedenster „Fail“-Videos eines Besseren belehrt wurden. Gut aber, dass man riechen kann, wie man will, ohne jemand anderen zu belästigen oder sich selbst zu blamieren. Daher verwende ich derzeit mehr Parfum als in meinem analogen Vorleben. Dieses Pröbchen zum Beispiel ist jetzt leer:

ZADIG & VOLTAIRE – THIS IS HER!
EAU DE PARFUM POUR ELLE

Das französische Modehaus Zadig & Voltaire nimmt für sich in Anspruch, „legere, unkonventionelle, rockig anmutende Mode mit einem Hauch kühler Eleganz“ zu kreieren. Künstlerische Leiterin des Hauses ist Cecilia Bönström. Das Parfum dazu wurde 2016 von den Nasen Sidonie Lancesseur und Michel Almairac erschaffen. Letzterer wird auf flaconi.de zitiert mit der Äußerung:

„Für THIS IS HER! habe ich mir eine Rockband vorgestellt, die in einem Pariser Apartment einen abgefahrenen Song spielt.“

Wie riecht das also? Nach Schweiß? Nicht ganz. Oder ganz und gar nicht. Im Werbetext heißt es weiter: „Der Duft einer freien, rebellischen Frau. Eine sinnliche Mischung aus Vanille und Kastanie, kombiniert mit einer rockigen Basisnote aus Sandelholz.“
Spielt die Frau in der Rockband mit? Wenn ja, welches Instrument? Hier die Duftmitspieler in der ungefähren Reihenfolge ihres Auftretens:

Kopfnoten: Rosa Pfeffer, arabischer Jasmin („Sambac-Jasmin“), Seidenbaumblüte

Herznoten: Kastaniencreme, Vanille

Basisnoten: Sandelholz, Kashmir-Holz

Die Parfum-Seite Fragrantica.com bezeichnet den Duft als „woody, floral and gourmand„. Das trifft es meiner Meinung nach gut. THIS IS HER! spielt kein filigranes Tralala, sondern kommt ziemlich dick daher, Bäm in Your Face: Holz, Blume, Vielfraß. Vielleicht ist das der Rockband-Aspekt: keine Zwischentöne, sondern gerade heraus drei Akkorde anhaltend laut gespielt.

THIS IS HER! hat in seiner Art einen gewissen Reiz, wird aber schnell etwas langweilig. Intellektuellen Kitzel, Facettenreichtum und Nachklang würde man hier vergeblich suchen, so wie bei der meisten Rockmusik auch. ACDC ist dennoch klasse – das sei hier gesagt!

Bei Douglas, Flaconi und Cocopanda gibt es den Duft im Preissegment zwischen 29 und 37 Euro für 30 Milliliter.

 

Fünfter sein

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Wenn ich beim Einkaufen derzeit in einer der Schlangen stehe, kommt mir Ernst Jandls Gedicht in den Sinn. Hier eine Hommage, angepasst an die vergangenen und leider noch zukünfgigen Tage:

fünfter sein

tür auf

einer raus

einer rein

vierter sein

tür auf

einer raus

einer rein

dritter sein

tür auf

einer raus

einer rein

zweiter sein

tür auf

einer raus

einer rein

nächster sein

tür auf

einer raus

selber rein

tagherraldirewelidledekadmrossmannobi

Balsam für die Lippen

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(Die folgenden Produkte habe ich von meinem eigenen Geld ohne externen Auftrag gekauft und ich gebe hier meine persönliche Erfahrung wieder. Sollte ich meine Rezension aus rechtlichen Gründen trotzdem als „Werbung“ kennzeichnen müssen, tue ich dies hiermit.)

Seit L’Oréal die Logocos AG und somit die Marken Logona, Sante, Heliotrop und Neobio gekauft hat, ist es ein gutes Jahr her. Hat sich etwas Neues getan? Man weiß es nicht. Beim Bio-Supermarkt Naturata sind die Marken rausgeflogen. Alnatura, Basic, Denn’s Biomarkt und Müller führen die Produkte noch, allerdings nicht überall sämtliche Marken. Rossmann und dm vertreiben nur Produkte von Sante.

Bei diesen Lippenpflegestiften interessierte mich ein Vergleich zwischen der dm-Eigenmarke Alverde und Logona:

Die erste Auffälligkeit ist der Preisunterschied. Alverde: 1,25 €, Logona: 2,95 €.

Logona wirbt mit dem Vorhandensein von Hyaluronsäure, mithilfe derer „leichte Lippenfältchen“ geglättet werden sollen. So haben sie mich gekriegt: am Schlafittchen meiner Eitelkeit. Alverde wirbt mit einem Siegel von Öko-Test aus dem Jahr 2018. Da der Logona-Stift 2,36 mal teurer als der von Alverde ist, sollte er auch 2,36 mal so gut sein, oder? Aber wie macht man das fest?

Die Inhaltsstoffe beider Produkte sind vergleichbar. Erwähnenswert bei Alverde: Rizinusöl, Jojobaöl, Kokosöl, Candelillawachs, Bienenwachs, Carnaubawachs, Weizenkeimöl und Ringelblumenextrakt, der auch für die gelbe Färbung des Stifts sorgt.
Der Logona-Stift enthält Rizinusöl, Lackbaumwachs, Candelillawachs, Reiskleienwachs, Jojobaöl, Carnaubawachs, Kakaobutter, Sheabutter, Mandelöl, Leinölsäure, Hyaluronsäure und Sonnenblumenöl.

Die Preisfrage: Glättet der Pflegestift von Logona „leichte Lippenfältchen“? Eigentlich eine rhetorische Frage, denn jeder gewöhnliche Lippenpflegestift glättet alleine durch die enthaltenen Öle und Wachse „leichte Lippenfältchen.“ Der Stift von Logona hat, neben seinem höheren Preis noch ein paar Nachteile: Lippenpflege trage ich immer vor dem Schlafengehen dick auf, und leider fühlen sich meine Lippen am folgenden Morgen nicht so gut gepflegt und weich an wie mit dem Stift von Alverde. Der Logona-Stift hat außerdem einen sehr gewöhnungsbedürftigen, fast ranzig anmutenden Wachsgeruch und -geschmack, obwohl er laut Aufdruck noch bis April 2020 haltbar ist, und  fühlt sich von der Konsistenz etwas „grisselig“ an. Zu guter Letzt ist auch noch der Schraubmechanismus im Laufe der Benutzung auseinandergefallen, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Fazit: Der Stift von Alverde pflegt besser, ist günstiger und die Hülse ist stabiler. Die Hyaluronsäure im Stift von Logona macht sich gut als Werbeversprechen, welches bei mir zumindest nicht eingelöst wurde. Aber es lebe der Glaube daran!

Noch ’ne Schicht

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(Beim folgenden Produkt handelt es sich um zwei kostenfreie Probegrößen und ich gebe hier meine persönliche Erfahrung wieder. Sollte ich den Beitrag aus rechtlichen Gründen trotzdem als „Werbung“ kennzeichnen müssen, tue ich dies hiermit.)

„Layering“ ist in: Nach der Gesichtsreinigung wird ein Toner aufgetragen, danach ein Serum, dann ein Serum mit alternativen „Wirkstoffen“, gefolgt von vielleicht noch einem Serum, dann ein Gesichtsöl und schließlich die Creme. Man könnte dieses Ritual auf die Formel bringen: Je mehr Schichten Hautpflege, desto jünger das Aussehen der Haut, zumindest im Wunschdenken der Benutzerinnen.

Würde ich meine eigene Hautpflegeserie vertreiben, dann würde ich dieses Wunschdenken noch mit seriös wirkenden, nicht nachprüfbaren „wissenschaftlichen“ oder „klinischen Studien“ füttern. Die alternde Frau wird es schon fressen.

Aus ihrer „Hydro Effekt“-Reihe vertreibt die Firma Lavera ebenfalls ein Serum: Das HYDRO EFFECT SERUM. Darin sind wohlklingende und zum Teil exotisch anmutende pflanzliche Zutaten enthalten: Aloe-Vera-Saft, Pfirsichextrakt, Andornkrautextrakt und Algenextrakt.

Die gesamte Mischung bildet einen „ANTI-POLLUTION KOMPLEX aus natürlichen Anti-Oxidantien und Bio-Alge“, der die Hautzellen vor negativen Umwelteinflüssen wie Abgasen und Feinstaub schützen und „freien Radikalen“ entgegenwirken soll.

Der beworbene „Hydro-Effekt“ könnte durch die feuchthaltenden Inhaltsstoffe Glycerin, Sodum PCA („Feuchtigkeitsfaktor auf Zuckerbasis“), Hyaluronsäure und Xylit zumindest gefördert werden. Braunalge kann potenziell unsere Haut schützen. Vielleicht wurde daraus der Anti-Verschmutzungs-Effekt abgeleitet und in Szene gesetzt.

Aus insgesamt 38 verschiedenen Inhaltsstoffen besteht das Serum. Erste Stelle: Wasser, zweite Stelle: Alkohol. Auf Platz sieben kommt bereits „Parfum“. Wie viele andere Hautpflegeprodukte, enthält das HYDRO EFFECT SERUM Palmölderivate.

Seren versprechen das Extra-Plus an Pflege und sind seit ein paar Jahren aus dem Angebot für die Hautpflege nicht mehr wegzudenken. Dennoch bleibt ein Fragezeichen, da es sich bei einem Serum um ein „Leave-on“-Produkt handelt: Hätte man die hier wirksamen Stoffe nicht gleich in eine Creme einarbeiten können und sich somit den zusätzlichen, einigermaßen fragwürdigen „Pflegeschritt“ gespart? Müll würde damit ebenso verringert.

Besonders zu überzeugen scheint das Serum bei Verbrauchern auf der Internetseite Codecheck nicht. Dort haben Benutzer die Möglichkeit, ihre Erfahrung mit Produkten wiederzugeben, indem sie Vorteile und Nachteile eintippen. Diesen können andere Benutzer zustimmen oder widersprechen. 11 Vorteilen stehen hier 15 Nachteile gegenüber.

Yvonne Catterfeld ist das Gesicht der Werbekampagne für Lavera-Pflegeprodukte. Die Schauspielerin sieht so natürlich und sympathisch aus, dass man fast denken könnte, sie würde die Werbung aus reiner Überzeugung machen. Ein geschickt ausgewähltes Model ist sie allemal.

Inhalt: 30 Milliliter, Preis: ab 8,95 Euro

Licht der Freude

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(Beim folgenden Produkt handelt es sich um eine kostenfreie Probegröße und ich gebe hier meine persönliche Erfahrung wieder. Sollte ich den Beitrag aus rechtlichen Gründen trotzdem als „Werbung“ kennzeichnen müssen, tue ich dies hiermit.)

 

Freude bei 39 Grad im Schatten heute. Wer Lust hat, bei dieser Hitze Parfum zu tragen: dieses hier ginge, na ja, vielleicht: ein sehr sommerlicher Duft, 2019 auf den Markt gekommen:

 

LIGHT di Gioia, Eau de Parfum
GIORGIO ARMANI

 

Er wird als „floraler holziger Moschusduft für Frauen“ vermarktet.

Kopfnote: sizilianische Bergamotte

Herznote: Jasmin-Absolue und Gardenie

Basisnoten: weißer Moschus und „edle Hölzer“

Riecht man am Sprühkopf des Flakons, ist die Bergamotte sehr dominant. Auf der Haut ist das Orangige eingebunden in eine cremige, blumige, verhalten holzige Komposition. Am wenigsten riecht der Jasmin einzeln heraus. In der Grundnote tritt der Moschus leicht in den Vordergrund. Insgesamt eine runde Melange.

LIGHT di Gioia ist ein angenehmer Sommerduft, der in der Basisnote an exotische Früchte erinnert und damit ein bisschen an „Omnia Paraiba“ von Bvlgari. Er ist einfach zu tragen, vielleicht etwas beliebig und verfliegt, im Gegensatz zum Werbeversprechen, das langes Anhalten verspricht, nach wenigen Stunden.

30 Milliliter sind im Handel ab rund 43 Euro erhältlich.